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Gericht stoppt Vattenfall-Kettensägen in Lacoma
Konzern versuchte der gerichtlichen Prüfung der Abbaggerung
zuvorzukommen
Cottbus/Lacoma, 05. 01. 2007: Nachdem heute im Auftrag von Vattenfall überraschend mit Baumfällungen am Alten
Hammergraben begonnen worden war, hat das Verwaltungsgericht Cottbus die Arbeiten am Nachmittag gestoppt. Damit darf Vattenfall
keine weiteren Gehölze fällen, bis das Gericht die Klage der Naturschutzverbände gegen die Abbaggerung der
Teichlandschaft geprüft hat.
Die GRÜNE LIGA Brandenburg verurteilt das Vorgehen des Konzerns auf das Schärfste: "Wir sind froh, dass das
Verwaltungsgericht weitere Schäden verhütet hat und werden in den nächsten Tagen unsere Klagebegründung
einreichen. Offenbar wollte Vattenfall Tatsachen schaffen, bevor das Gericht unsere Argumente überhaupt prüfen kann.
Ein anderer Grund zur Eile bestand nicht, da der Tagebau weit hinter dem für Jahresende geplanten Stand
zurückgeblieben ist," sagt René Schuster.
Auf einer Länge von mehreren hundert Metern wurde mit der Rodung der Bäume am Hammergraben-Altlauf begonnen, der
gleichzeitig ein technisches Denkmal und ein ökologisch besonders wertvoller Lebensraum ist. Der größte Teil
der Hammergrabenlaufes blieb erhalten. Insgesamt will Vattenfall mehr als 4 km des Hammergrabens zerstören.
Der Konzern hatte noch vor Weihnachten gegenüber dem Gericht zugesagt, dass bis zum 15.Januar keine Maßnahmen zur
Beeinträchtigung des Schutzgebietes "Lacomaer Teiche" durchgeführt werden. Mit den heute morgen eingeleiteten
Arbeiten wurde der Energiekonzern klar wortbrüchig, denn der Baumbestand am Hammergraben ist elementarer Bestandteil des
Schutzgebietes. Erst gestern hatte das Gericht einen Ortstermin für den 10.Januar angesetzt, um den Streitgegenstand zu
besichtigen.
Um vor dem Gerichtsbeschluß möglichst viele Bäume fällen zu können, wurden die Arbeiten von einer
Sicherheitsfirma mit Gewalt gegen protestierende Bürger durchgesetzt. Ein Grundeigentümer stellte Strafanzeige gegen
die Sicherheitsmänner wegen Hausfriedensbruch. Weitere Bürger, die spontan gegen die Maßnahmen protestiert
hatten, erwägen ebenfalls Anzeigen wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung.
Ansprechpartner: René Schuster 0355-860484, 0151-14420487
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