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    Braunkohle keine Perspektive für Brandenburg

    Gemeinsame Pressemitteilung von BUND Brandenburg und GRÜNE LIGA Brandenburg

    Cottbus, 26. 04. 2007: Dorfbewohner und Umweltschützer protestieren vor "Innovationsforum" Zur Eröffnung des sogenannten "Innovationsforums CO2-freies Kraftwerk" am 26.4.2007 in Cottbus weisen Umweltorganisationen gemeinsam mit Bewohnern von Umsiedlung bedrohter Dörfer auf die Risiken einer weiteren Braunkohlenutzung hin. Mit Transparenten protestieren sie während der Eröffnung der Veranstaltung vor dem Raddisson-Hotel in Cottbus.
    "Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer CO2-Abscheidung wird nicht vor 2015 einzuschätzen sein. Für Vattenfall ist sie vor allem ein Feigenblatt. Der Konzern steigert die Emissionen demnächst sogar durch einen Kraftwerksneubau ohne Abschaltung älterer Anlagen" sagt Axel Kruschat vom BUND Brandenburg.
    "Würde der Braunkohlenbergbau in Brandenburg im gleichen Umfang fortgeführt, stehen 23 Orte mit 6000 Bewohnern auf der Umsiedlungsliste der Landesregierung. Das ist keine Perspektive für die Lausitz." ergänzt René Schuster von der GRÜNEN LIGA.
    Erhard Lehmann, Ortsbürgermeister des Dorfes Proschim "Obwohl noch gar kein Planverfahren eröffnet wurde, übt Vattenfall bereits massiven Druck auf unser Dorf aus. Diese Erfahrung wünschen wir keinem weiteren Ort in Brandenburg."
    Der Vattenfall-Konzern betreibt mit dem Kraftwerk Jänschwalde den zweitgrößte CO2-Emittenten Deutschlands. Es stößt mehr als 25 Mio. t Kohlendioxid pro Jahr aus, also 2,5 % der deutschen Gesamtemissionen. Pro Kilowattstunde erzeugten Stromes hält es mit 1200 g CO2 mit Abstand den traurigen Rekord in den Ostdeutschen Bundesländern. Erst vor zwei Wochen wurde in Boxberg im sächsischen Teil des Lausitzer Kohlereviers der Grundstein für einen weiteren herkömmliches Kraftwerksblock gelegt, der 40 Jahre lang klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen soll. Trotz gesteigerten Wirkungsgrades liegen auch dort die Emissionen weit über denen aller anderen Energieträger. Ende März wurde eine geheime Studie des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums bekannt, dass die Umsiedlung von 23 Orte in sieben Kohlefeldern empfahl, falls das Land Brandenburg unvermindert auf Braunkohleverstromung setzt. Etwa 6000 Einwohner währen davon unmittelbar betroffen.
    Zum Dorf Proschim sind die Pläne bereits konkret. Der Ort wurde gegen seinen Willen von der Brandenburgischen Landesregierung in die Nachbarstadt Welzow eingegliedert. Damit wurde ihm gezielt die Möglichkeit genommen, sich als eigenständige Gemeinde im anstehenden Planverfahren zur Wehr zu setzen. Vattenfall hat die Beantragung eines Braunkohleplanverfahrens für den Tagebau Welzow-Süd, Teilfeld 2 für diesen Sommer angekündigt.
    Die Zahl der direkt von der Kohlewirtschaft gesicherter Arbeitsplätze in Brandenburg liegt bei etwa 4000 mit sinkender Tendenz. Nach Zahlen des Deutschen Braunkohlen Industrie Vereines DEBRIV sank die Beschäftigung in der Lausitzer Kohlewirtschaft zum letzten Jahreswechsel erneut um mehr als einhundert Arbeitsplätze.


    Ansprechpartner:

    - Axel Kruschat, BUND Brandenburg, Tel. 0331-23700141
    - Renč Schuster, GRÜNE LIGA Brandenburg, Tel. 0151-14420487



    Norbert Wilke
    Pressesprecher der GRÜNEN LIGA Brandenburg e.V.
    Tel. 0331-2015520