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Vattenfall bleibt dem Braunkohlenausschuss Antworten schuldig
Entscheidende Zahlen zu Kohlemengen und Arbeitsplätzen verweigert
Cottbus, 15. 11. 2007: In der heutigen Sitzung des brandenburgischen Braunkohlenausschusses weigerte sich das Unternehmen Vattenfall, konkrete Aussagen über seine langfristigen Pläne zum Braunkohlenabbau zu machen und entsprechende Fördermengen und Arbeitsplatzzahlen zu nennen. René Schuster, Vertreter der Grünen Liga im Braunkohlenausschuss: „Wenn die Landesregierung auf dieser Grundlage ihre Energiestrategie verfasst, stochert sie im Nebel. Ob und wann neue Tagebaue aufgeschlossen werden müssen, kann sie so gar nicht objektiv bewerten. Offenbar versuchen Platzeck und Junghanns aber, Vattenfall auf Kosten der betroffenen Bewohner einen Blankoscheck über vier weitere Tagebaue auszustellen.“
In der vergangenen Woche hatte Vattenfall der Presse gegenüber bestätigt, dass die Braunkohlenförderung im Land Brandenburg von jetzt 40 Millionen Tonnen pro Jahr auf 23 Mio. t ab 2040 heruntergefahren werde. Dem Braunkohlenausschuss des Landes gegenüber wurde jedoch dazu jede konkrete Aussage verweigert. Das Unternehmen hält an allen vier Tagebauvorhaben Welzow-Süd Teilfeld II, Jänschwalde-Nord, Spremberg-Ost und Bagenz-Ost unverändert fest. Den Bedarf an der Kohle will Vattenfall erst in den entsprechenden Planverfahren nachweisen, die nicht vor Ende 2008 eingeleitet werden. Noch 2007 will die Landesregierung aber mit einer neuen Energiestrategie ihre Haltung zu neuen Tagebauen festlegen. Ebenso wurden Fragen zu den gesicherten Arbeitsplätzen nur unvollständig beantwortet:
- Das bis 2018 geltende Personalentwicklungskonzept wurde vom Unternehmen nur bis zum Jahr 2010 offengelegt. Damit wurde der Frage ausgewichen, wie viele Arbeitsplätze nach dem planmäßigen Auslaufen des Tagebau Cottbus-Nord in Brandenburg verbleiben.
- Im Auftrag von Vattenfall hatte PROGNOS am 31.12.2004 genau 4190 direkt Beschäftigte in Brandenburg ermittelt. In den vergangenen drei Jahren sind zudem bei Vattenfall noch in bedeutendem Umfang Stellen abgebaut worden. Die Differenz zu den jetzt behaupteten 5000 konnte das Unternehmen dem Ausschuss nicht erklären. Diese „Ungenauigkeit“ ist letztlich größer als die Arbeitskräfteanzahl, mit der die Abbaggerung der Lacomaer Teiche bei Cottbus gerechtfertigt wurde.
Wiederholt hinterfragte der Vertreter der GRÜNEN LIGA auch die widersprüchlichen Angaben des Unternehmens zum Förderbeginn im geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord. Wenn dort laut Vattenfall 2028 mit der Förderung begonnen werden soll, der Vorgängertagebau aber 2020 ausgekohlt ist, muss das „Konzept“ des Unternehmens Aussagen über die Zeit dazwischen treffen. Auch diese wurden verweigert.
Ansprechpartner: René Schuster 0151-14420487
Norbert Wilke
Pressesprecher der GRÜNEN LIGA Brandenburg e.V.
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