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Folgen einer Notfallzulassung eines Pestizids: Bienenkiller außer Kontrolle

_MG_9790.jpgDie Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat ein für Bienen hochgiftiges Pestizid ausnahmsweise erlaubt. Die Folgen sind enorm: Das Pestizid verbreitet sich nun unkontrolliert in der Umwelt. Proben, die von Imker*innen und Naturschützer*innen in Bayern entnommen wurden, zeigen große Mengen des Wirkstoffs Thiamethoxam und seines Abbauprodukts, des ebenfalls als Pestizid genutzten Clothianidin, in Wasser- und Schlammproben von Feldern im Landkreis Neustadt an der Aisch–Bad Windsheim. In drei im August gesammelten Proben von Pflanzen wie Raps, Mais, Lupinen und Ackerdisteln stellte das Labor bis zu 0,008 Milligramm Thiamethoxam und 0,009 Milligramm Clothianidin pro Kilogramm Pflanzenmaterial fest. Dazu wurden Bienen und andere Insekten Pollen oder Nektar gesammelt.

Klöckners Ministerium erteilte 2021 Notfallzulasssungen für ein Thiamethoxam- haltiges Präparat des Pestizdkonzerns Syngenta. In sieben Bundesländer wurde dieses von der EU verbotene Neonikotinoid 2021 auf Zuckerübenkulturen auf einer Gesamtfläche von 12,7 qkm gespritzt. Im Jahre 2018 hat die EU verboten Thiamethoxam und Clothianidin im Freiland auszubringen. Mehrere Studien ergaben nämlich, dass die in der Praxis vorkommenden Mengen dieser Pestizide Bienen schädigen. Sogenannte Neonikotinoide können Experten zufolge Insekten bereits bei einer niedrigen Dosierung lähmen, töten oder das Lernvermögen und die Orientierungsfähigkeit beeinträchtigen. Darunter sind nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten und Wasserorganismen betroffen. Um das Sterben von mehr und mehr Insektenarten zu verhindern, wollte die EU den Einsatz solcher Pestizide unterlassen.

Trotz des EU-Verbots erteilte das Julia Klöckner unterstellte Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mehrere „Notfallzulassungen“ für das Thiamethoxam-haltige Produkt „Cruiser 600 FS“ des Chemiekonzerns Syngenta. Wenn sich die Gefahr nicht anders abwehren lässt, erlaubt die EU-Pestizidverordnung solche Ausnahmen.

Bienenzüchter gehen bei der Notfallzulassung des Thiamethoxam-haltigen Pestizids „Cruiser 600 FS“ von Verstößen gegen die Allgemeinverfügung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aus. Sie verlangt zum Beispiel „erosionsmindernde Maßnahmen“ auf gefährdeten Flächen. Vor und nach der Aussaat, der mit dem Neonikotinoid ummantelten Samen sei „bestmöglich“ Sorge dafür zu tragen, dass zwei Jahre lang – bis Ende 2022 – auf dem Acker keine Pflanzen blühen. Die Behörden sollen die Vorgaben aber nur sporadisch, kontrollieren.

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