Potsdam, 14.09.2026. Angesichts zahlreicher neuer Rechenzentrumsprojekte in Brandenburg fordert Steffen Schorcht, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes GRÜNE LIGA und Mitglied der GRÜNEN LIGA Brandenburg, heute im Brandenburger Landtag eine landesweite Strategie. Genehmigungen müssten an verbindliche Vorgaben für Energieversorgung und Wasserverbrauch geknüpft werden. Zudem brauche es eine frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung.
„In Brandenburg herrscht Goldgräberstimmung bei Rechenzentren. Die Landesregierung öffnet Investoren die Türen, verfügt nach eigenen Angaben aber nicht einmal über einen vollständigen Überblick zu den geplanten Ansiedlungen. Das ist verantwortungslos. Die Wirtschaftsförderung des Landes unterstützt Projekte, während wichtige ökologische Kriterien in ihren Ansiedlungsempfehlungen fehlen. Die Landesregierung muss endlich für Transparenz sorgen und klare Leitplanken setzen“, sagt Schorcht.
„Rechenzentren benötigen enorme Mengen Strom und erzeugen viel Wärme. Neue Gaskraftwerke für ihre Versorgung wären eine Energiewende rückwärts. Auch eine Kühlung auf Kosten der ohnehin knappen Wasserressourcen darf es nicht geben. Abwärme muss verpflichtend genutzt werden. Kommunen brauchen verlässliche Angaben zu Energiebedarf und Wasserverbrauch, bevor sie über ein Projekt entscheiden. Sie müssen außerdem angemessen an den Einnahmen beteiligt werden“, so Schorcht.
Die GRÜNE LIGA erhält zunehmend Anfragen von Bürgerinitiativen und Einzelpersonen zu geplanten Rechenzentren. Viele Menschen fühlten sich von den Ansiedlungsplänen überrascht und seien über mögliche ökologische und soziale Folgen verunsichert. Der Umweltverband unterstützt die Vernetzung von Initiativen und setzt sich für transparente sowie ergebnisoffene Beteiligungsverfahren ein.
Am Samstag, 7. November 2026 veranstaltet die GRÜNE LIGA gemeinsam mit Nodes of Resistance einen bundesweiten Kongress zu Rechenzentren in Berlin. Im Mittelpunkt stehen die ökologischen Folgen und die Beteiligung der Öffentlichkeit. Auch der Umgang mit der wachsenden Macht digitaler Konzerne soll diskutiert werden.