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Wert des Wassers misst sich nicht am Preisschild!

Mehr Anstrengung für Wahrung des Menschenrechts auf Wasser und die Bewahrung des kostbaren Gemeingutes von Regierung gefordert.

Pinnower SeeBerlin, 19. März 2021 – Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordern Umwelt-und Entwicklungsorganisationen sowie Vertreter*innen der öffentlichen Wasserwirtschaft die Bundesregierung auf, sich den Konflikten um Wasser stärker anzunehmen und angepasste Lösungen für unsere Lebensgrundlagenzu finden. Diese müssen auf dem Menschenrecht auf Wasser basieren!

Unter dem Motto „Wert des Wassers“ rufen die Vereinten Nationen zum diesjährigen Weltwassertag und damit zur Befassung mit der Bedeutung des kostbaren Gutes auf. Für Milliarden Menschen weltweit ist das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und hygienische Sanitärversorgung noch immer ein unerfülltes Ziel. Gleichzeitig werden die knappen Süßwasserressourcen und die mit ihnen verbundenen Ökosysteme überall auf der Welt übernutzt, verschmutzt und zerstört. Die Klimakrise verschärft mit zunehmenden Wetterextremen die globale Wasserkrise massiv und bringt Ökosysteme und damit die Lebensgrundlagen für Mensch und Natur zusätzlich in Gefahr. Konflikte um die Nutzung von Wasser werden zunehmen.

 

Sebastian Schönauer, Sprecher des Arbeitskreises Wasser im BUND, fordert eine grundsätzliche Wende in der Nutzung der Wasserkraft: „Wasserkraftwerke zerstören unsere Flussökosysteme. Millionen von Stauwehren gehören zur den Hauptverursachern des globalen Artensterbens und bedrohen unsere natürlichen Lebensgrundlagen. Die Ziele des Natur-und Gewässerschutzes sind Grundlagen für einen nachhaltigen Klimaschutz und dürfen nicht einer marginalen Erzeugung von Strom geopfert werden.“

„In Amazonien tragen Großstaudämme zur Vernichtung der grünen Lunge des Planeten und zur Vertreibung der indigenen Bevölkerung bei,“ hebt Michael Bender, Leiter der GRÜNE LIGA Bundeskontaktstelle Wasser hervor. „Auf dem Balkan bedrohen Hunderte von Kleinwasserkraftwerken die letzten nahezu unberührten Wildflüsse Europas.“

„Wassermangel ist nicht nur Folge der Klimakrise.“ so Christa Hecht, Koordinatorin der Blue Community Bewegung in Deutschland. „Zugunsten globaler kommerzieller Interessen schränkt die Privatisierung von Wasserrechten und Wasserdienstleistungen vielerorts den Zugang der lokalen Bevölkerung immer weiter ein. Wasser ist keine Ware, Wasser ist ein Menschenrecht.

”Neben einer ausreichenden Trinkwasserversorgung ist ein gerechter Zugang zu Wasser auch für die bäuerliche Landwirtschaft und damit für die Ernährungssouveränität vor allem der ländlichen Bevölkerung im globalen Süden unerlässlich. Gertrud Falk, Referentin bei FIAN Deutschland, betont, dass „insbesondere viele kleinbäuerliche Familien beim verschärften Wettbewerb um Wasser leer auszugehen drohen, während die Cash Crops der industriellen Exportlandwirtschaft intensiv bewässert werden. Fast 90 % des weltweiten Wasserverbrauchs geht auf das Konto von industrieller Landwirtschaft, Bergbau und Schwerindustrie. Um Hunger und Armut zu beenden, müssen intakte Ökosysteme sowie der Zugang zu Wasser vorrangig für die kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion geschützt und gefördert werden.“

Ob Wasser in Zukunft in Quantität und Qualität noch ausreichend verfügbar ist und wer Zugang dazu hat, hängt mehr denn je von politischen Entscheidungen ab: „Eine Neujustierung ist längst überfällig. Die Bundesregierung muss Maßnahmen zur Vorbeugung von zukünftigen Konflikten um Wasser ergreifenund mit Antworten darauf auch international vorangehen. Aufgrund der veränderten Bedingungen durch die Klimakrise müssen alle Nutzergruppen ihren Beitrag leisten, nicht nur bewusster mit der kostbaren Ressource Wasser umzugehen, sondern ihren Umgang mit Wasser anzupassen. Hierbei sind die Belange der Daseinsvorsorge für eine sichere Trinkwasserversorgung und die des Naturhaushalts im Sinne des Gemeinwohls zuvorderst zu berücksichtigen“, so Durmus Ünlü, Stellvertretender Geschäftsführer der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft und Koordinator der AG Wasser im Forum Umwelt und Entwicklung.

 

(Foto: ideengrün | markus pichlmaier)

 

Pressemitteilung

AG Wasser im Forum Umwelt & Entwicklung

 

Für Rückfragen oder ein Hintergrundgespräch stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Fachliche Ansprechpersonen:

Sebastian Schönauer | Sprecher AK Wasser

BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

+49 (0)6094 984 022

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Michael Bender | Leiter der Bundeskontaktstelle Wasser

GRÜNE LIGA

+49 (0)30 40 39 35 30

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Christa Hecht | Koordinatorin

Blue Community in Deutschland

+49 (0)171-54 606 90

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Gertrud Falk | Referentin

FIAN Deutschland

+49 (0)151—56 99 62 78

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@FIANDeutschland

 

Durmus Ünlü | stellv. Geschäftsführer

Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW)

030-397 436 06

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Ramona Bruck | Referentin Presse- & Öffentlichkeitsarbeit

Forum Umwelt & Entwicklung

+49 (0)30 –678 1775 910

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