Libelle

Europaweit 1 Million Unterschriften benötigt

Berlin, 23.10.2026. Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Rights for Nature“ fordert einen fundamentalen Paradigmenwechsel im europäischen Umweltrecht: Ökosysteme wie Flüsse, Meere und Wälder sollen künftig nicht mehr als bloßes Eigentum oder Wirtschaftsobjekte behandelt, sondern als lebendige Einheiten mit eigenen Grundrechten anerkannt werden. Die Initiative startete am 13. Oktober 2026 mit dem Ziel, innerhalb eines Jahres mindestens eine Million Unterstützer*innen zu gewinnen.

Zur Unterstützung der Initiative organisierte die GRÜNE LIGA in Kooperation mit ihren Netzwerkpartner*innen am 22. Oktober 2026 ein transatlantisches Online-Seminar „Rights for Nature – Unsere Flüsse gerecht behandeln“, auf dem einmal mehr die Notwendigkeit deutlich wurde, dass Flüsse nicht nur im Hinblick auf ihren ökonomischen Nutzen für den Menschen betrachtet werden sollten, sondern sie vielmehr ein eigenes Recht haben zu existieren.

„Die Ermächtigung von Bürger*innen zur Vertretung und zum Schutz von Ökosystemen ist seit Jahrzehnten unser Grundanliegen. Jetzt sollen Flüsse auch in Deutschland und Europa endlich als eigenständige Rechtssubjekte anerkannt werden. Was in anderen Ländern längst gelebte Praxis ist, soll nun auch ganz konkret für die Spree in Berlin, Brandenburg und Sachsen umgesetzt werden.“ fordert Michael Bender, Leiter der Bundeskontaktstelle Wasser der GRÜNEN LIGA.

 

„Im Juni diesen Jahres hatte die GRÜNE LIGA die australische Blue Community Botschafterin Erin O’Donnell eingeladen, die internationale Perspektiven auf Flüsse als Rechtssubjekte aufzeigte, die wir mit der Unterstützung der Petition «Rechte der Spree anerkennen!»  auf den lokalen Kontext in Deutschland übertragen haben. Zum Internationalen Tag der Flüsse verschafften wir im September mit einer Veranstaltungsreihe Spree und Havel Gehör.“, umreißt er das Engagement des Umweltverbandes zum Start der EBI.

Angesichts des dramatischen Rückgangs der Biodiversität hebt Thomas Tennhardt, internationaler Naturschutzexperte und Bundesvorsitzender der GRÜNEN LIGA die Bedeutung des Schutzes von Ökosystemen und natürlichen Lebensräumen hervor:

„Die europaweiten Regelungen des Naturschutzes stehen derzeit in Brüssel unter enormen Druck seitens verschiedener Interessengruppen, die unter dem Deckmantel der Entbürokratisierung, der Sicherheit und der Rohstoffsicherung wichtige Eckpfeiler des Schutzes unserer natürlichen Lebensgrundlagen aufweichen wollen. Diese Strategie könnte uns mittel- bis langfristig teuer zu stehen kommen.“

Der Natur eine Stimme geben!

Die GRÜNE LIGA setzt sich deswegen für eine Anerkennung der Rechte der Natur ein und ruft zur Unterstützung der EBI auf. Unterschreibt jetzt und gebt den Aufruf weiter: https://rightsfornature.eu/.

Weiterführende Informationen:

Australische Blue Community Botschafterin Erin O’Donnell zu Gast in Berlin:
https://grueneliga.de/de/themen-projekte/wasser/veranstaltungen/erin-o-donnell-zu-gast-bei-der-blue-community-berlin

Petition „Rechte der Spree anerkennen“:
https://weact.campact.de/petitions/rechte-der-spree-anerkennen

Living Rivers Week in Brandenburg und Berlin zum Internationalen Tag der Flüsse:
https://grueneliga.de/de/themen-projekte/wasser/veranstaltungen/gruene-liga-verschafft-havel-und-spree-gehoer

Online-Seminar „Rights for Nature – Unsere Flüsse gerecht behandeln“:
https://grueneliga.de/de/themen-projekte/wasser/veranstaltungen/online-seminar-rights-for-nature-treat-our-rivers-right

Publikation „WRRL-Info 42“ zu Rechte der Natur:
https://grueneliga.de/de/themen-projekte/wasser/wrrl-info/wrrl-info-42