Die GRÜNE LIGA ruft gemeinsam mit über 30 Organisationen die Bundesregierung dazu auf, Agrarökologie für die Umsetzung der Menschenrechte zu fördern. Wir unterstützen den vom Inkota-Netzwerk, FIAN und Misereor initiierten Aufruf.
Agrarökologie zeigt Wege auf, wie Menschen, die Lebensmittel erzeugen, ihre Handlungsmacht zurückgewinnen können. Sie stärkt lokale demokratische Prozesse, weil sie Menschen einbezieht, statt über sie hinweg zu entscheiden. Sie macht Ernährungssysteme widerstandsfähiger, indem sie Abhängigkeiten reduziert und Ressourcen gerecht verteilt.
Agrarökologie verbindet Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit, weil sie ökologische Prinzipien mit den Erfahrungen und Bedürfnissen der Menschen vor Ort zusammenführt. Sie ist damit nicht nur eine nachhaltige Anbaumethode, sondern ein demokratisches Konzept für einen Wandel, der Mensch und Umwelt krisenfest macht – und genau deshalb gewinnt sie in Deutschland und weltweit entscheidend an Bedeutung. Agrarökologie ist der Weg zu Ernährungssouveränität und der weltweiten Umsetzung des Menschenrechts auf angemessene Nahrung.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) müssen systematisch ihre Förderung von agrarökologischen Ansätzen ausbauen und bislang ungenutzte Potenziale ausschöpfen, so wie es sowohl der Antrag von SPD und CDU/CSU aus dem Jahr 2019 als auch der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung empfehlen.
Als ersten Schritt sollte die Bundesregierung das für die nächsten 10 Jahre geltende Visionspapier zur Umsetzung menschenrechtsbasierter Ansätze für nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme veröffentlichen, das vom BMZ, BMLEH und Auswärtigen Amt gemeinsam mit der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und dem Privatsektor erarbeitet wurde.