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Die Katastrophe fällt nicht aus – drei heiße Zusammenhänge

Da die sandigen Böden kaum Wasser speichern können, leidet Brandenburg besonders stark unter der Trockenheit.Am 17. Juni debattierte der Brandenburger Landtag einen Antrag der AfD mit dem Titel „Die Apokalypse fällt aus – Klimaplan außer Kraft setzen, klimapolitisch motivierte Gesetze abschaffen“. Am 28. Juni wurden in Deutschland (und zwar in der Lausitz) nicht nur Juni-, sondern Allzeit-Temperaturrekorde gebrochen. Todesfälle häuften sich, Infrastruktur versagte teilweise.

Unsere Bundeskontaktstelle Braunkohle sortiert die Informationen aus Lausitzer Sicht wie folgt:

Das Alarmierende an der jüngsten Hitzewelle in Deutschland ist nicht nur, dass wieder einmal Hitzerekorde gebrochen wurden, sondern auch, dass das bereits im Juni geschah. Durch die Wärmespeicherung, beispielsweise im Meerwasser, folgt die größte Hitze eigentlich mit einiger Verzögerung auf die Tage mit der längsten Sonneneinstrahlung um den 21. Juni. Deshalb gelten die sogenannten „Hundstage“ ab dem 23. Juli als die heißeste Zeit des Jahres. Wenn nun schon am 28. Juni Höchsttemperaturen von 41,7 Grad (Coschen bei Guben) und Tiefsttemperaturen von 29,4 Grad (Kubschütz bei Bautzen) gemessen werden, bedeutet das letztlich, dass es jederzeit im Juli und August noch heißer werden kann – ob nun in diesem oder einem der nächsten Jahre. Um auch wirklich keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Meteorologische Messungen erfolgen standardmäßig im Schatten. Falls sich jemand erinnert, auch vor 40 Jahren schon mal 40 Grad erlebt zu haben: Das war in der prallen Sonne.

Vom Ausfallen der Klimakatastrophe also keine Spur. Hintergrund des Landtagsantrages (Drucksache 8/2937) war, dass der IPCC seinen Szenarien überarbeitet hat und das bisher extremste betrachtete Szenario RPC 8.5 als nicht mehr plausibel bezeichnet. Allerdings drohen auch mit den jetzt ausgewählten Szenarien bis zu 5 Grad Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperatur in den nächsten 120 Jahren – gerade wenn Klimaschutzmaßnahmen zurückgenommen werden. Dass Deutschland und Brandenburg sich jeweils stärker erwärmen als der weltweite Durchschnitt, war – Interesse vorausgesetzt - auch vor der jüngsten Hitzewelle schon bekannt.

Spannend für die Landespolitik wird der Wegfall von RPC 8.5 auf eine ganz andere Weise, als die von der AfD herbeigeträumte. Dieses Szenario wollten Sachsen und Brandenburg nämlich bisher ihren langfristigen wasserwirtschaftlichen Entscheidungen zugrunde legen, obwohl es hinsichtlich Trockenheit nicht etwa den worst case beschreibt, sondern laut Hydrologie-Professorin Irina Engelhardt (TU Berlin) „das Szenario mit der höchsten Niederschlagshöhe und maximaler Niederschlagsintensität“ ist. Möglicherweise müssen die Länder nun für ein trockeneres, aber wahrscheinlicheres Szenario planen.

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