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Klimagerechtigkeit heißt Kohleausstieg: Christliche Klimapilger feiern Andacht am Kraftwerk Jänschwalde

Gemeinsame Prozession & Demonstration mit Umweltgruppe Cottbus

181109 klimapilger vor kraftwerk 3000pxJänschwalde, 09.11.2018. Sie fordern Klimagerechtigkeit und pilgern seit Anfang September von Bonn quer durch Deutschland bis Katowice zur nächsten Weltklimakonferenz. Heute kamen die Teilnehmer des 3. Ökumenischen Klimapilgerwegs auf ihrem Weg von Cottbus bis zum Kraftwerk Jänschwalde. Begleitet wurden sie von zahlreichen Lausitzer/innen, die ihre Forderungen unterstützen und sich insbesondere für den Erhalt des Dorfes Proschim aussprachen. Dazu sei die baldige Abschaltung der „ältesten, ineffizientesten und klimaschädlichsten Kohleblöcke der Lausitz“ notwendig, so René Schuster von der Cottbuser GRÜNE LIGA-Gruppe.

Die Pilger/innen, die nun durch alle drei großen deutschen Braunkohlegebiete gelaufen sind, erklärten ihre Forderungen nach Klimagerechtigkeit: „Bereits heute ist deutlich, dass wir im globalen Norden am stärksten zum Klimawandel beigetragen haben – aber bei weitem nicht die Hauptlast seiner Folgen tragen müssen“, so Dr. Christian Seidel, Langzeitpilger. „Überschwemmungen, Stürme, Starkregen, Hitze und Dürren vernichten Ernten und verändern Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wasser wird knapp, Hunger breitet sich aus, Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Hier stehen wir in der Schuld und Verantwortung, diesen Menschen gegenüber aber auch unseren Enkeln gegenüber. Was sollen wir ihnen antworten, wenn sie uns fragen: Ihr habt doch alles gewusst, warum habt ihr nichts getan?“ Dabei ginge es nicht um einseitige Lösungen, die auf Kosten einzelner Regionen oder Bevölkerungsgruppen gingen: „Auch beim Kohleausstieg fordern wir Gerechtigkeit, es kann doch nicht sein, dass Politik und Energiewirtschaft seit Jahren mit der Zukunft der Menschen „pokern“, statt Ihnen eine Zukunft zu bauen, die nicht auf der Vernichtung, sondern auf der Bewahrung der Schöpfung beruht.“

„Wir machen uns große Sorgen“, bekräftigte auch René Schuster, „dass Brandenburger Politiker das baldige Ende des Kraftwerks erst nach den Landtagswahlen im September 2019 zugeben wollen.. Um den Wandel noch gestalten zu können, ist jeder Monat Planungssicherheit wichtig. Wir müssen endlich die Zukunft nach dem Kraftwerk vorbereiten!“

Hintergrund

Der deutsch-polnische ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit führt über 78 Stationen und 1.700 gelaufene Kilometer und endet am 9. Dezember im polnischen Katowice, wo zeitgleich die 24. Welt-Klimakonferenz (COP 24) stattfindet. Die Pilgerinnen und Pilger gehen durch die drei großen deutschen Braunkohlegebiete, besuchen besondere "Schmerzpunkte" und stärken sich spirituell an "Kraftorten", bei Gottesdiensten und im gemeinsamen Gebet. Der Pilgerweg wird unterstützt von einem breiten ökumenischen Bündnis aus 40 Organisationen, Initiativen und Unternehmen, darunter Brot für die Welt, das Bischöfliche Hilfswerk MISEREOR e.V., die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Deutsche Bischofskonferenz und das Kindermissionswerk ,Die Sternsinger'. Schirmherr/innen des ökumenischen Klimapilgerwegs sind Bischof Dr. Markus Dröge, Erzbischof Dr. Ludwig Schick und Umweltministerin a. D. Barbara Hendricks, Weitere Informationen, aktuelle Route, Anmeldung und Fürsprachen unter www.klimapilgern.de.

Das Kraftwerk Jänschwalde gehört zu den klimaschädlichsten Kraftwerken Europas. Sein von der LEAG geplanter Weiterbetrieb bis Anfang der 2030er Jahre ist mit dem Pariser Klimaschutzabkommen unvereinbar. Die LEAG plant dazu umfangreiche Kohlelieferungen aus dem Tagebau Welzow-Süd, die das Dorf Proschim mit Zwangsumsiedlung bedrohen.

Pressefotos

frei zur redaktionellen Veröffentlichung, © Häfner Pilgerweg für Klimagerechtigkeit Zum download unter folgedem Link:

https://www.magentacloud.de/share/p.ior3vei4#$/

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alligatorgruenundbissig

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