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Sulaftbelastung der Spree als Folge der Braunkohleförderung: Gutachten belegt Gefahren für Trinkwasserversorgung

Cottbus/Potsdam, 10.12.2020. Die vom Braunkohlenbergbau verursachte Sulfatbelastung der Spree kann die Trinkwasserversorgung im Großraum Frankfurt (Oder) gefährden, wenn der Klimawandel zu Trockenheit führt oder der Wasserverbrauch steigt. Das hat die Gefährdungsabschätzung zum Wasserwerk Briesen ergeben, die am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des brandenburgischen Landtages vorgestellt wurde. In der aktuellen Situation bestehe jedoch keine akute Gefahr. Um Trinkwasserversorgung im Raum Frankfurt (Oder) langfristig zu sichern, wurden die Ertüchtigung des Wasserwerkes Müllrose als vorrangige Maßnahme empfohlen. Die GRÜNE LIGA fordert, den Braunkohleabbau als Ursache der Gefährdung nicht aus den Augen zu verlieren.

„Mit dem Gutachten ist klar belegt, dass die Sulfatbelastung die Trinkwasserversorgung bedroht. Dass Maßnahmen in Müllrose notwendig sind, darf nicht dazu führen, dass der Kohleabbau als Ursachen des Sulfateintrags nicht mehr hinterfragt wird. In die Spree dürfen nur die Sulfatmengen gelangen, die tatsächlich unvermeidbar sind.“, sagt René Schuster von der Bundeskontaktstelle Braunkohle der GRÜNEN LIGA.

Schuster weist darauf hin, dass der sächsische Tagebau Nochten, einer der größten Emittenten von Sulfat ist. Aktuell prüft das sächsische Oberbergamt einen Antrag der LEAG auf Verlängerung des Rahmenbetriebsplanes, dessen Zulassung bisher bis 2026 befristet ist. „ Der Tagebau Nochten verursacht mit etwa 40 Prozent der Sulfatfracht den größten Anteil des Problems. Dieser Schadstoffeintrag würde durch die beantragte Zulassung um Jahre verlängert. Zahlreiche Einwendungen haben den LEAG-Antrag als nicht genehmigungsfähig abgelehnt.“, erklärt Schuster.

„Selbst wenn man durch eine Ertüchtigung des Wasserwerkes Müllrose die Lage im Raum Frankfurt (Oder) entschärfen kann, bleibt die Sulfatbelastung weiterhin ein Problem für die Wasserversorgung, insbesondere von Berlin“, sagt Schuster. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilten den die Berliner Wasserbetriebe mit, dass das Gutachten „eingeschränkt“ auch auf Berlin zutreffen würde. „Wir beobachten die Situation natürlich auch aufmerksam, denn unser Wasserwerk Friedrichshagen fördert zum Großteil Uferfiltrat aus der Spree“, erklärten die Berliner Wasserbetriebe auf der Social Media-Plattform auf die Frage eines Mitgliedes des Berliner Abgeordnetenhauses.

Hintergrund:

Gutachten MWAE: Abschlussbericht zur Gefährdungsbeurteilung für das Wasserwerk Briesen

Reaktion Berliner Wasserbetriebe auf Twitter

Ausführliche Einwendung zur Verlängerung des Rahmenbetriebsplanes Tagebau Nochten

 

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