Über Jahrhunderte unterlagen Fließgewässer in Deutschland er- heblichen Umgestaltungen, um Metropolen und Häfen als Trans- portwege zu verbinden. Zur Energiegewinnung wurden Flüsse aufgestaut und zur Bereitstellung von Trink- und Brauchwasser genutzt. Auen mussten landwirtschaftlichen Flächen weichen. Fließgewässer bieten aber ebenso Freizeit- und Erholungswert für den Menschen und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die geschützt und erhalten werden müssen. Als intakte Ökosysteme sind Auen Orte großer Biodiversität und können erhebliche Hochwasserrisikovorsorge leisten. Um dies zu gewährleis- ten und ein nachhaltigeres Konzept der Gestaltung der Bundeswasserstraßen zu etablieren, wurde im Februar 2017 das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ von der Bundesregierung beschlossen.
Die Wasserkraftanlage Öblitz ist als überströmbares, hochwasserneutrales Laufwasserkraftwerk konzipiert und linksseitig in die bestehende Staustufe Öblitz an der Saale integriert.
Der Ausbaudurchfluss beträgt 48 m3/s und die Nennfall- höhe 2,13 m. Die Anlage ist mit drei DIVE-Turbinen aus- gestattet, die eine Nennleistung von jeweils 300 kW und einen Nenndurchfluss von jeweils 16 m3/s besitzen.
Um abwärts wandernden Fischen eine gefahrlose Passage des Standorts zu ermöglichen, wurde an der Wasserkraft- anlage ein Leitrechen-Bypass-System nach EBEL, GLUCH & KEHL (2001) installiert. Nach zweijähriger Bauzeit nahm die Anlage im September 2017 den Probebetrieb auf.
Die Eutrophierung der Gewässer im Albufera Nationalpark ist ein Problem seit in den 1960er Jahren das Ökosystem praktisch zusammengebrochen ist. Das konstante Bevölkerungswachstum in den Stadtgebieten, das Wachstum intensiven Reisanbaus und die Belastung durch die Industrie führten zum Verschwinden der Unterwasserpflanzen.
Um dieser Belastung entgegenzuwirken und den ökologischen Zustand der Umwelt zu verbessern, wurde das Projekt „Life Albufera“ ins Leben gerufen, wodurch zwischen 2007 und 2011 drei neue Feuchtgebiete geschaffen wurden, welche als Wasserreiniger fungieren. Die Feuchtgebiete erwiesen sich als effi- zient bei der Neutralisation der übermäßigen Nährstoffe im Gewässer, zur Verbesserung der Wasser- und Lebensqualität und gleichzeitig trugen sie zur Erfüllung der Ziele der EU-Wasserrahemenrichtlinie (WRRL), der Nitratrichtlinie und der Habitat- und Vogelschutzrichtlinie bei.
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes KURAS wurde der Ökologische Stadtplan zu Projekten der Regenwasserbewirtschaftung in Berlin erstellt. Der erste Teil des Ökologischen Stadtplans besteht aus 19 Steckbriefen, die die ergriffenen Maßnahmen, Vorteile und langfristigen Auswirkun- gen der Regenwasserbewirtschaftung an unterschiedlichen Standorten darstellen.
Seit Jahrhunderten wurden und werden Fließgewässer von Menschenhand umge- staltet. Mit dem Verlust natürlicher Strukturvielfalt ist vielerorts auch die Arten- vielfalt und Individuendichte zurück- oder verlorengegangen. Durch den Bau von Klärwerken konnte der chemische Zustand deutscher Gewässer in den letzten Jahr- zehnten zunehmend verbessert werden. Es zeigt sich jedoch auch, dass ohne die Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Gewässerstrukturen, das heißt, die Rück- führung in einen natürlichen Zustand, die Gewässergüteziele nicht erreicht werden können. Dr. Ludwig Tent engagiert sich seit Jahrzehnten im Gewässerschutz des Elbe-Einzugsgebiets in und um Hamburg. Seine Projekte wollen insbesondere ein besseres Verständnis für unsere Umwelt vermitteln, um dem mit der Wasserrah- menrichtlinie (WRRL) geschaffenen bestehenden Rechtsrahmen, alle Gewässer zu verbessern, endlich gerecht zu werden.