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Folgen einer Notfallzulassung eines Pestizids: Bienenkiller außer Kontrolle

_MG_9790.jpgDie Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat ein für Bienen hochgiftiges Pestizid ausnahmsweise erlaubt. Die Folgen sind enorm: Das Pestizid verbreitet sich nun unkontrolliert in der Umwelt. Proben, die von Imker*innen und Naturschützer*innen in Bayern entnommen wurden, zeigen große Mengen des Wirkstoffs Thiamethoxam und seines Abbauprodukts, des ebenfalls als Pestizid genutzten Clothianidin, in Wasser- und Schlammproben von Feldern im Landkreis Neustadt an der Aisch–Bad Windsheim. In drei im August gesammelten Proben von Pflanzen wie Raps, Mais, Lupinen und Ackerdisteln stellte das Labor bis zu 0,008 Milligramm Thiamethoxam und 0,009 Milligramm Clothianidin pro Kilogramm Pflanzenmaterial fest. Dazu wurden Bienen und andere Insekten Pollen oder Nektar gesammelt.

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Europäische Bürgerinitiative Bienen und Bauern retten! erreicht eine Million Unterschriften

FAXmpj8X0AElHM0 1Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten! steht kurz vor einem historischen Erfolg: Mehr als eine Million Menschen haben die von einem europäischen Bündnis aus über 220 Organisationen getragene Initiative unterzeichnet. Sie fordert unter anderem einen EU-weiten Ausstieg aus der Anwendung chemisch-synthetischer Pestizide bis spätestens 2035. Die Initiative betont, dass bis einschließlich Donnerstag trotzdem noch weiter Unterschriften gesammelt werden müssen, um ungültige Unterschriften ausgleichen zu können.

Mehr als eine Million Menschen aus ganz Europa haben die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Bienen und Bauern retten!“ (engl.: „Save bees and farmers!“) unterzeichnet. Darüber hinaus konnte die erforderliche Mindestanzahl an Unterschriften in zehn EU-Mitgliedsstaaten erreicht werden: In Deutschland, Belgien, Österreich, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Dänemark, Ungarn, Lettland und Rumänien. Erforderlich für den Erfolg der Initiative wäre das Erreichen der Mindestanzahl in lediglich sieben Ländern gewesen. Sollten die nationalen Behörden mindestens eine Million Unterschriften für gültig erklären, gilt die EBI als erfolgreich. Dann müssen die Europäische Kommission und das Europaparlament die Forderungen der Initiative auf die Tagesordnung setzen.

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Neue Studie ergibt: Pestizide in unseren Schlafzimmern

Fotolia_63234773_S.jpgWie die neue Studie “Pesticides In Our Bedroom“, welche von der Europäischen Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten" veranlasst wurde, ergibt, finden sich in ländlichen Regionen eingesetzte Pestizide durch Abdrift bzw. über die Luft in entfernten Gärten und Wohngebieten wieder. Die Studie verdeutlicht den ernstzunehmenden Belastungsweg von Pestiziden.

Durch die Entnahme von exempalrischen Hausstaubproben aus Schlafzimmern von Anwohner*innen landwirtschaftlich genutzer Gebiete aus vielen Mitgliedsstaaten konnte das Ergebnis festgestellt werden. Die entnommenen Proben wurden in einem französichen Speziallabor auf Rückstände von insgesamt 30 Pestiziden untersucht, wobei in allen 21 Proben der teilnehmenden Mitgliedsländer Pestizide nachgewiesen werden konnten. Durchschnittlich war der beprobte Hausstaub mit 8 Pestiziden kontaminiert. Erschreckenderweise konnten Pestizide, die nach Einschätzung der EU-Behörden in Verdacht stehen, krebserregend zu sein oder hormonell wirksame und fortpflanzungsschädliche Eigenschaften zu besitzen, nachgewiesen werden.

Der Fund von Pestiziden in unterschedlichen Konzentrationen und Zusammensetzungen weist darauf hin, wie belastend Pestizide für den Menschen sind. Demnach müssen wir zukünftig auf umwelt- und gesundheitsschonende Alternativen gesetzen. Genau dieses Ziel verfolgt die Europäische Bürgerinitiative (EBI) "Bienen und Bauern retten" und setzt sich für eine pestizidfreie Landwirtschaft in der EU ein. Außerdem soll so künftig die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen wiederhergestellt und die Landwirt*innen bei diesem Transformationsprozess unterstützt werden.

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29 Umwelt- und Naturschutzorganisationen fordern grünes Licht von CDU und CSU für Insektenschutzpaket: „Der bereits ausverhandelte Kompromiss darf nicht noch weiter abgeschwächt werden“

offenerBriefinsektenschutzpaketDas Insektenschutzpaket bestehend aus der Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes und einer Novelle der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung droht zum Ende der Legislaturperiode am Widerstand von CDU/CSU im Bundestag und auf Landesebene zu scheitern. Vor diesem Hintergrund appelliert der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) gemeinsam mit 28 weiteren Umwelt- und Naturschutzorganisationen in einem Offenen Brief an die Vorsitzenden von CDU und CSU, sich für die Verabschiedung eines ambitionierten Insektenschutzpaketes einzusetzen.

„Der dramatische Rückgang der Insekten in unserer Landschaft hat gravierende Folgen für Umwelt und Landwirtschaft, daher dürfen wir den Insektenschutz nicht weiter auf die lange Bank schieben. Das monatelang verhandelte Insektenschutzpaket liegt bereits seit Februar zur Verabschiedung auf dem Tisch. Wir fordern die Verantwortlichen von CDU und CSU auf, endlich den Weg frei zu machen und ihrem Versprechen im Koalitionsvertrag nachzukommen, die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern. Der bereits ausverhandelte Kompromiss darf dabei nicht noch weiter abgeschwächt werden“, so DNR-Geschäftsführer Florian Schöne.

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